Donnerstag, 12. März 2009

No one comes close to THE WORD IS NOT ENOUGH

»When you were young and your heart was an open book« sang Paul McCartney vor Jahrzehnten und auch wenn es in besagten Lied keineswegs um Bücher und junge Autoren ging, sondern vielmehr ums Leben und sterben lassen, ist der Song doch ein passender Soundtrack für diese Tage.

Ganz Köln ist derzeit dem perfiden Schall und Rauch eines »Internationalen Lesefestes« ausgesetzt, doch dem megalomanischen Angriff trotzt ein Literaturagent mit hochgezogener Augenbraue und müdem Lächeln: »Live and let live«! Mögen sie sich einmal im Jahr selbst feiern! Dem brachialen Bücherrummel setzt das BLUE SHELL eine ganzjährige literarische Grundversorgung entgegen. In diesem Monat mit ABC-Schützen, die wahrlich keinen Schalldämpfer vor den Mund nehmen müssen, nämlich unter anderem

  • David Meiländer, ein grandioser Kolumnist, der in seinem Blog »Die Welt zu Gast bei David Meiländer« der Reihe nach alles nur Erdenkliche unter die Lupe und anschließend aufs Korn nimmt
  • Julia Trompeter, die lautmalende und sprechsingende Schöpferin von »Cantalurps Urcantate« und anderen eindrucksvollen Klangkaskaden
  • Mario Adam, Resident Poet bei THE WORD IS NOT ENOUGH mit einer Vorliebe für depressiv-schizophrene Kartoffeln und den freihändigen Vortrag
  • Osiris Pausch alias Ossi Guitar, nach eigenen Angaben »schüchterner Psychopath«, der regelmäßig mit »King Bongo Bongo´s Silly Suicide Circus« rockt und diesmal unplugged und a capella auf die Bühne tritt

Für ein welt- und stilumspannendes Programm braucht es also wahrlich keine zehn Tage - Weil eben manchmal ein einziger guter Abend reicht! Überzeugen Sie sich selbst und halten Sie es doch wie weltberühmte Agenten: »Lesen und lesen lassen«... Am Sonntagabend im BLUE SHELL...

Montag, 16. Februar 2009

There's never a 70-year-old around when you need one

Zwischen Romantik und Frohsinn, zwischen Valentinstag und Weiberfastnacht war THE WORD IS NOT ENOUGH im Februar platziert und dieser Mischung wurden die vielseitigen Slammer am vergangen Sonntag mehr als gerecht. Kilian Krebs und die beiden einzigen Damen Adrienne Brehmer und Larissa Voigt begegneten einem muchsmäuschenstillen Publikum in der Vorrunde mit leisen Tönen, bevor im Halbfinale scharf geschossen wurde.

Getreu dem Motto »Bilden Sie mal einen Satz mit...« skizzierte Lothar Tolksdorf »Berge in fünf Bildern einer Ausstellung« und türmte alpine Wortspiele in schwindelerregende Höhen, wurde vom Publikum jedoch leider in die Niederungen des Halbfinales verwiesen. Sein Kollege Armin Bings, der als Gastgeber von Schöner Lesen in der ehemaligen Backstube des Café Franck nun wirklich etwas versteht von Lesen an ungewöhnlichen Orten, stellte auf höchst amüsante Art seine Kenntnisse vom Schreiben an ungewöhnlichen Orten unter Beweis. Leider brachte ihn auch noch so creatives writing nicht ins Finale, daß zwei auswärtige Gäste unter sich ausmachen mußten.

Michael Feindler, leidgeprüfter Zugreisender aus der Schwebebahnstadt Wuppertal, ist als Literaturagent spezialisiert auf metaphorische Duelle und durch Nichts aus der Ruhe zu bringen: Als eine Panne am Mischpult minutenlang das Bühnenlicht ausblies, verlor er weder den Faden noch die Nerven und rezitierte routiniert im Dunkeln weiter.

Am Ende stand jedoch einer im finalen Rampenlicht, der sich den ganzen Abend über im Stillen gewundert haben mag »Watt ham die sich denn da wieder bei gedacht?«. Matthias Reuter aus Oberhausen, der Mann, der mit Nix ein Problem zu haben scheint, führte den inneren Katastrophenfilm eines jeden Erziehungsberechtigten vor: »Kindergeburtstag im Autokino«! Damit verdrängte er Michael Feindler freundlich aber bestimmt auf den zweiten Platz und nahm strahlend den ersten Preis entgegen: Das neueste technische Spielzeug für Literaturagenten im Außendienst, einen batteriebetriebenen Elektrorasierer in der halben Größe einer Zigaretteschachtel. Da soll noch einer sagen, Poetry Slammer kämen bei THE WORD IS NOT ENOUGH ungeschoren davon...

Wer nach drei Runden und einer Zugabe noch immer nicht genug hat von Matthias Reuter, dem sei der Dienstagabend ans Herz gelegt, an dem er unweit des BLUE SHELL noch einmal zu Gast ist, nämlich bei PoetryBites.

Und wehe, Herr Reuter trägt an diesem Abend Zwei-Tage-Bart!

Mittwoch, 11. Februar 2009

Where all the other Slams end... This one begins!

Ganz im Sinne Chet Bakers ist es in diesem Jahr ein »Komischer Valentinstag«, dem nämlich ein Freitag der 13. vorausgeht - Romantik trifft Axthieb, sozusagen.

Aber wie das Leben spielt, so spielt auch oft ein Poetry Slam: In der Vorrunde von THE WORD IS NOT ENOUGH treffen am kommenden Sonntag ebenfalls wieder Autoren aufeinander, wie sie unterschiedlicher nicht sein können:

  • Adrienne Brehmer, die mit ihren Erzählungen in Köln regelmäßig in Buchhandlungen, Literaturcafés, Museen und Galerien zu Gast ist und ihre zwischenmenschlichen Verwicklungen diesmal im Fünf-Minuten-Format präsentiert
  • Lothar Tolksdorf, der Kabarettist mit dem pragmatischen Motto »Wer im Glashaus sitzt sollte sich was anziehen«; die Anziehungskraft seiner Texte hat ihn im vorigen Jahr bei THE WORD IS NOT ENOUGH bereits einmal ins Finale getragen
  • Marc Breuer, der erfolgreiche Komödiant, dessen Geschichten stets das Siegel »echt passiert« zieren, berichtet erneut aus einer Welt, in der helle Freude und dunkles Grausen oft nahe beieinander liegen
  • Matthias Reuter, der im Vorjahr den 1. Platz beim Kabarett-Wettbewerb »Krefelder Krähe« belegte, spürt auf großartig verschmitzte Art den Schrecken des Alltags nach

Denken Sie sich noch vier weitere Slammer dazu und Sie haben einen der abwechslungsreichsten und spannendsten Sonntagabende seit langem vor Augen. Oder gehen Sie einfach persönlich ins BLUE SHELL...

Montag, 19. Januar 2009

How does that grab you?

Was für ein Themenabend!

Während Tina Turner in der LanXess-Arena »GoldenEye« schmetterte, fielen die Literaturagenten über das BLUE SHELL her, wie ein Überfallkommando und ließen es krachen, daß die Funken stoben...

Nach einer ungeheuer humorvollen Vorrunde, gelang es vier Slammern, sich ins Halbfinale zu schießen: Titelverteidiger Christian Gottschalk plauderte aus dem Nähkästchen und verriet, daß abgelauschte Gespräche in der Bahn ihm nie versiegender Quell der Inspiration sind, vor allem wenn junge Mädchen spekulieren, welcher eigentlich ihr Lieblingsweltkrieg ist. Gerlis Zillgens ließ ihre Figuren haarstäubend detailierte Pläne schmieden, wie sich als Paar am effektivsten Karneval feiern läßt - getrennt, versteht sich. Und ließ den beiden der Theorie dann auch die ernüchternde Praxis folgen.

Beides brachte den Saal schon zum Kochen, doch ins Finale schafften es nur die zwei Weitgereisten: Bleu Broode aus Bremen, der in der Vorrunde seiner alten Mathelehrerin ein unvergeßliches Denkmal gesetzt hatte, ließ einen verkaterten WG-Vormittag Revue passieren, mußte sich aber gegen den Münsteraner Jan Kai Goldberg geschlagen geben. Der hatte seine Texte ebenfalls in einer Wohngemeinschaft angesiedelt, in der sprechende Möhren ihr Unwesen trieben und junge Menschen schon nach drei Bieren betrunken sind.

Der Rausch breitete sich denn auch erfolgreich bis ins Publikum aus und beide zusammen namen dem Gentlemen-Literaturagenten den Bildungsauftrag ab und frischten mit einem gemeinsam performten Heimat-Hip-Hop die Landeskunde etwas auf.

Das BLUE SHELL stand also bereits im Januar Kopf - wie soll das erst im karnevalsgeschwängerten Februar werden!?

Mittwoch, 14. Januar 2009

Everybody's hot for Action - Everybody's hot for Romance

Die ersten Vorsätze sind gebrochen, das letzte Wort noch nicht gesprochen! Am kommenden Sonntag wird im BLUE SHELL die Uhr noch einmal zurückgedreht und Silvester nachgefeiert - mit einem Feuerwerk an atemberaubenden Wortartisten. Beim Poetry Slam THE WORD IS NOT ENOUGH sind unter anderem folgende Kracher am Start:

  • Christian Gottschalk, der Titelverteidiger aus dem Vormonat, der erneut seine feinbeobachtenden Glossen zünden wird
  • Bleu Broode, der frischgekürte U-20 Champion aus Bremen, mit einem seltenen Gastauftritt im Rheinland
  • Gerlis Zillgens, die Autorin und Kabarettistin, die in Köln regelmäßig als festes Mitglied der Lesebühne fett & kursiv begeistert
  • Lorenz Böhme, der Musikkabarettist, der bei THE WORD IS NOT ENOUGH vollkommen unplugged antreten und seine Wortspielkaskaden rein verbal auf das Publikum ergießen wird

Schütteln Sie also das letzte Konfetti aus den Haaren, packen die restlichen Wunderkerzen ein und lassen es mit uns gemeinsam richtig krachen, wenn am Sonntag ab 20 Uhr im BLUE SHELL der Countdown läuft...

Frohes Neues!

Donnerstag, 25. Dezember 2008

We've had all the Time in the World

Eigentlich sollte es zum Jahresende noch einmal richtig krachen beim Poetry Slam THE WORD IS NOT ENOUGH... Stattdessen hat es regelrecht geknistert im BLUE SHELL, das pünktlich zur Wintersonnenwende nach Zimsternen und Glühwein duftete und von Kerzenschein erleuchtet war.

So wurde es denn auf der Bühne auch richtig feierlich, von Weihnachten bis Wintersport war alles vertreten bei diesem Themenabend. Armin Bings trug seine Skisprung-Ode »Holmenkollen« bis kurz vor die Finalmarke, wo er sich jedoch ebenso verabschieden mußte wie Florian Cieslik, der zuvor noch über »Eilig habend« und »Weihnachts Rainer« philosophiert hatte.

Im Finale stand erneut Titelverteidiger Stefan Rosenland, der rekordverdächtige 46 mal das Wort »Weihnachten« in einem Text unterbrachte, sich aber doch Christian Gottschalk geschlagen geben mußte. Der empörte sich zunächst über miese Bräuche und langweilige Meinungen - natürlich für einen guten Zweck, um insgeheim für eine bessere, weil höflichere, Welt zu plädieren. Das Finale entschied er schließlich für sich mit einem sentimentalen Rückblick auf seine Jugend als weißer Bluesgitarrist: »It's a hard life down in Gladiolenweg«

Und nachdem es bereits so musikalisch geworden war, stimmten zum Abschluß des Abends - und eines phantastischen Poetry Slam-Jahres - alle gemeinsam mit dem Publikum ein Weihnachtslied an. So heimelig hat man diese Bar wohl noch nie erlebt und Christian Gottschalk hat es also doch geschafft: Die Welt, zumindest aber das BLUE SHELL, wurde für einen Abend ein besserer Ort...

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr!

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Do you know how Christmas Trees are grown?

Süßer die Texte nie klingen, als zur Weihnachtszeit!

Das Aufsagen von Gedichten gehört zu Weihnachten ja irgendwie dazu, zum Poetry Slam sowieso, doch in diesem Monat wird es richtig festlich im BLUE SHELL, das am 21. Dezember in ganz besonderem Glanz erstrahlen wird. Einige der besten Slammer der vergangenen Saison sind eingeladen, ausschließlich mit Texten zum Thema »Winter« und »Weihnachten« die verbale Schlittenfahrt durch Vorrunde, Halbfinale und Finale zu bestreiten.

Dazu gibt es Zimtsterne und Glühwein, einen kuscheligen Soundtrack und am Ende singen alle ein Lied - eine richtige Weihnachtsfeier eben!

Jauchzen und frohlocken Sie also gemeinsam mit dem Gentleman-Literaturagenten und seinen himmlischen Dezembergästen:

  • Anke Fuchs, die weitgereiste Slammerin und Gastgeberin der im Kwartier Latäng benachbarten Leseparty »Poetry bites - Voll das Lesen«
  • Armin Bings, der eindrucksvolle Bändiger der leisen Töne und Gastgeber der Lesereihe »Schöner Lesen - Texte, Torten, Heißgetränke«
  • Arndt Kremer, der Theaterautor mit Fingerspitzengefühl für atemberaubende Lyrik
  • Christian Gottschalk, der feinbeobachtende Glossenschreiber und Showmaster im »Low Budget« und im »Connection«
  • Florian Cieslik, der wortgewaltige Lyrocker und derzeit fünftbester Slammer des deutschsprachigen Raumes
  • Michael Heide, der eindrucksvolle Ganzkörper-Performer mit Hang zu morbiden Pointen und Resident Poet im BLUE SHELL
  • René Deutschmann, der wortgewandte Literaturagent aus der Bundesstadt Bonn
  • Stefan Rosenland, der lakonische Titelverteidiger aus dem Vormonat

Lassen Sie sich dieses Staraufgebot nicht entgehen, bringen Sie mit uns gemeinsam Licht ins Dunkel der längsten Nacht des Jahres und stoßen nach der Show mit einem Glühwein mit uns an!