Mittwoch, 11. Juni 2008

Summer Shell is here

Heiß geht es immer her beim Poetry Slam THE WORD IS NOT ENOUGH, der in diesem Jahr ohne Sommerpause fortgesetzt wird. Ein prasselndes Programm mit Slammern aus ganz Deutschland steht bereits für Juni, Juli und August. Und um dieses Ferienprogramm noch attraktiver zu gestalten, gibt es in diesem Jahr einen Ferienpaß, eine Dauerkarte in Form eines Agentenausweises vom »Ministerium für Sprachsicherheit«.

Der Ausweis, der stilecht per Fingerabdruck gegenzuzeichnen ist, ermöglicht im Juni, Juli und August diesen Jahres uneingeschränkten Zugang zum Poetry Slam THE WORD IS NOT ENOUGH. Und um das Literatur-Agentenleben zusätzlich zu versüßen erhält der Inhaber während des Slams gegen Vorlage dieses Dokuments an der Theke des BLUE SHELL seine Martinis zum halben Preis.

Der
Agentenausweis ist zum Preis von € 9,- [anstatt € 12,- für drei Veranstaltungen] vor den Slams an der Kasse erhältlich.

Mittwoch, 4. Juni 2008

For your Eyes only

Wie bereits berichtet, wurde die Veranstaltung vom 18. Mai überwacht von den Audio- und Videospezialisten der Kunsthochschule für Medien. Das gesamte Material - einschließlich der hochspannenden Finalbeiträge von Lea Göke und Paul Haase - ist inzwischen online auf kabadu.de.

Die Plattform kabadu.de ist ein Internet-Videoportal für alle Künstler [Profis und Newcomer] im Bereich Kabarett/Satire, ermöglicht aber auch Künstlern angrenzender Genres [wie Stand-up Comedy, Poetry Slam u.ä.] sich in Wort- und Videobeiträgen vorzustellen. Gegenüber ähnlichen Portalen wie youtube.com zeichnet sich kabadu.de also durch seine Spezialisierung auf Wort und Wortwitz aus.

Die einzelnen Videos vom 18. Mai finden sich hier:

Vorrunden-Teilnehmer:


Halbfinalisten:


Finalisten:

Montag, 19. Mai 2008

Everything she touches turns to Excitement

Der Abend fing schon an mit einem Knalleffekt: Ein Moderator, der erst das Mischpult zerlegt und dabei das feingeschliffene Intro untergehen läßt, beim Bühnenaufgang den charmanten Zuschauerinnen das Kölsch aus der Hand schlägt und schließlich in ein totes Mikrofon spricht. Peter Sellers hätte es nicht besser machen können! Als Titelverteidiger Paul Haase dann in der Vorrunde noch seinen ersten Text verzockt, war das Leitmotiv des Abends in Stein gemeißelt: Stilvoll Scheitern...

Davon unbeirrt lasen sich Jan Struebig, Lea Göke, Paul Haase und Thorsten Krämer bis ins Halbfinale, wo der Dame einstimmig mit doppelter Punktzahl der Vortritt ins Finale gelassen wurde. Mit jeweils knapp der Hälfte der Punkte verabschiedeten sich Jan Struebig, der seine Unsicherheit gekonnt in schelmische Regieanweisungen umwandelte [»Ich zittere mal gerade...«, »Ich blättere mal die Seite um...«] und Thorsten Krämer, der zum Abschied noch einmal mit einem taschentuchsammelnden Junggesellen winkte.

Paul Haase gelang es knapp die Nase vorn zu halten, agentenhaft erzählte er in der letzten Runde von seinen weltumspannenden Abenteuern, bei denen er feststellen mußte, daß Afrika doch größer ist als Prüm in der Eifel. Doch Lea Göke, die dem Publikum schließlich den Atem raubte mit einer Erzählung von holzhämmernden Hautärztinnen, war einfach nicht das Wasser zu reichen. Siegreich trug sie so das neueste Gimmick des Reimdienst Ihrer Majestät nach Hause, eine Unterwasserkamera, die sich nach 27 Aufnahmen von selbst zerstört. Sommer gerettet - Mission accomplished.

Auch diese Vorstellung wurde übrigens überwacht, diesmal von den Audio- und Videospezialisten der Kunsthochschule für Medien und ihrem Portal kabadu.de - einzelne Clips wird es dort in Kürze zu sehen geben.

Mittwoch, 14. Mai 2008

Poetry Slam is back in action!

Am Sonntag, den 18. Mai kehrt der Poetry Slam THE WORD IS NOT ENOUGH zurück...

... und wieder heißt es »Großes Kino« im Kölner BLUE SHELL! Paul Haase wird antreten um seinen Titel wortgewaltig zu verteidigen. Seine Gegenspieler sind unter anderem:

  • Michail Verskajn, der sich mit seinen Grotesken bereits im April beim »Reim in Flammen« im »Tsunami Club« bis ins Finale gelesen hat
  • Michael Heide, der Ganzkörper-Performer, der im März ein eindrucksvolles Zombie-Versepos abgeliefert hat, an dessen Ende er sich mit zur Schrotflinte gerolltem Manuskript selbst das Lebenslicht ausgeblasen hat
  • Rainer Junghardt, der als Gastgeber der Lesereihe 4 Stühle - 4 Stile weiß, was gute Texte sind und ebensolche in Form großangelegter Romanprojekte [für die 5-Minuten-Slamgrenze leider zu lang] und subtiler Gedichte liefert
  • KiWi-Autor Thorsten Krämer [»Neue Musik aus Japan«], der Köln schon seit Jahren durch hintergründig-verschmitzte Kurzgeschichten begeistert

Sie alle werden wie weiland Sean Connery in »Goldfinger« fragen: »Erwarten Sie von mir, daß ich rede!?« Und diesmal wird die Antwort lauten: »Ja - aber nicht länger als 5 Minuten!«

Film ab...

Dienstag, 22. April 2008

Considerably!

Der Abend fing dramatisch an: Mit strahlendem Sonnenschein! Doch eine imposante Anzahl Zuhörer fand dennoch den Weg ins schummerige BLUE SHELL zum zweiten Poetry Slam THE WORD IS NOT ENOUGH. Heiß umkämpft waren wieder die wenigen Sitzplätze und dann der Weg ins Halbfinale.

Patrick Roßkothen mußte als Titelverteidiger den Abend eröffnen, was ihm jedoch bereits im März souverän gelungen ist. Und erneut legte er die Marke hoch für die sieben anderen Slammer, die sich allerdings mit schweren Geschützen zu verteidigen wußten. Temporeich - und stets knapp unter der 5-Minuten-Grenze - wurden Lyrik und Prosa vorgetragen, wurde das Publikum geschüttelt und gerührt.

Im Halbfinale dann die Sensationen: Patrick Roßkothen mußte sich leider verabschieden, ins Finale - einem außergewöhnlichen Ü-40-Slam - schafften es Paul Haase und Lothar Tolksdorf, doch den stillen Höhepunkt des Abends setzte Armin Bings: Seiner generationenübergreifenden Geschichte zweier Philatelisten lauschte das Publikum derart gebannt, daß man nicht bloß eine Stecknadel, daß man gleichsam ein Haar hätte fallen hören können! Ein magischer Moment mit einem slam-untypischen Text, der nicht bis ins Finale reichte, aber vielleicht eben deshalb so besonders war.

Am Ende war es ein Kampf Mann gegen Mann: Lothar Tolksdorf - dessen Wohnungssuche weniger von sperrigen Kisten, als eher von sperrigen Vermietern begleitet war - vs. Paul Haase - mit vollmundigen Balladen über Kleenex-Lieferanten und über Streckenwärter, die allein am Klang ihres Hammerschlags erkennen, ob sie Schiene oder Schienbein getroffen haben. Derart rohe Gewalt entschied dann auch den Abend und Paul Haase als strahlender Sieger konnte das BLUE SHELL mit einem schnittigen Sportwagen verlassen, einem Lotus Esprit mit Vierzylindermotor und 160 PS, ausgestattet mit Boden-Luft-Raketen und Unterwasser-Antrieb - leider nur im Maßstab 1:36.

Die Frage nach der Titelverteidigung hat er am Abend noch offen gelassen, doch gut unterrichtete Kreise sind sicher: Paul Haase will return...

Dienstag, 15. April 2008

Only the second Poetry Slam can be more exciting than the first!

Am Sonntag, den 20. April geht THE WORD IS NOT ENOUGH in die zweite Runde...

... und auch diesmal mit einer fulminanten Besetzung! Neben Titelverteidiger Patrick Roßkothen aus Moers haben sich unter anderem angekündigt: Die Lyrockerin Heidi Haytabay, Bastian Reichardt [der diesen Monat bereits den Kölner »Dichterkrieg« im »Sonic Ballroom« für sich entscheiden konnte], sowie die Köln-Bonner Dichterfürsten Paul Haase und Lothar Tolksdorf.

Und wieder einmal heißt es: Kurze, knackige Texte, charmante Performance und lebendiger Vortrag - Denn das Wort ist nicht genug! Das Publikum ermittelt unter den Guten den Besten des Abends.

Montag, 17. März 2008

Premiere im »Casino BLUE SHELL«

Was für eine Premiere!

Von Geheimhaltung konnte keine Rede sein bei der Operation THE WORD IS NOT ENOUGH! Das BLUE SHELL war beinahe ausverkauft und die Statistik ist überwältigend: In der ersten Testabstimmung war nicht ein Handzeichen zu sehen auf die Frage »Wer von Euch war denn auf der lit.COLOGNE?«... Auf die Frage, wer zum ersten Mal auf einem Poetry Slam sei, ging gleich die Hälfte aller Stimmkarten hoch!

Das Gesprochene Wort lebt also und hat im BLUE SHELL ein literaturbegeistertes, interessiertes Publikum gefunden.

Der Start dieses Poetry Slams war aber auch fulminant! Aus dem ganzen Land waren Slammer angereist, nun ja: Aus dem ganzen Bundesland. Treffsichere ABC-Schützen aus Aachen, aus Mönchengladbach, Moers, Dortmund und Neu-Ehrenfeld lieferten sich spannende Duelle, teils mit aus der Hüfte geschossenen Texten, teils mit schweren Geschützen.

Ins Halbfinale schafften es immerhin Necip Tokoglu, Jonas Jahn, Christian Gottschalk und Patrick Roßkothen. Necip, der die Vorrunde mit 100 Punkten hinter sich gelassen hatte, übertraf sich selbst mit 108 Punkten und dann wurde es spannend wie in einem Agentenfilm: Patrick überzog die Vortragszeit von 5 Minuten [plus Verlängerung] und mußte 25% Abzug hinnehmen, fiel von 104 auf 78 Punkte, kam aber trotzdem mit ins Finale. Dort lieferten sich beide ein Kopf-an-Kopf-Rennen und lagen am Ende knappe vier Punkte auseinander.

Patrick durfte schließlich die Premieren-Trophäe mit nach Hause nehmen, die DVD »The World is not enough« - auch wenn er keinen DVD-Spieler besitzt, ein würdiger erster Preis für einen würdigen ersten Wortagenten.

Die Premiere wurde übrigens überwacht von suelz-koeln.de, wo sich ein weiterer Nachbericht findet und eine sehr schöne Fotostrecke gibt es hier.